Weisheiten

Zen studieren heißt, sich selbst studieren;
Sich selbst studieren heißt, sich selbst vergessen;
Sich selbst vergessen heißt, bestätigt werden
von allen Existenzen des Kosmos.

Dogen

Ein Mann fragte den Meister:
„Wenn man entschlossen den Weg praktiziert,
können die karmischen Hindernisse der
Vergangenheit dann verschwinden?“

„Sie können nicht verschwinden bei Leuten,
die nicht in die Essenz sehen, aber bei denen,
die in die Essenz sehen, verschwinden sie wie
Reif oder Schnee in der Sonne.“

Hyakujo Ekai

Auf dem Weg begegnen uns zwei Krankheiten:
An klarer Stille zu haften oder in
Nervosität und Endlosschleife der Gedanken verfangen zu sein.
Wir müssen über BEIDES hinausgehen.

Wir haben die unerhörte Chance gehabt,
in menschlicher Form geboren zu werden und der
Unterweisung des Buddha zu begegnen.
Lasst uns nicht unnütz den gegenwärtigen Moment mit der
Verfolgung illusorischer Objekte verschwenden.

Dogen

Mein Leben war eine große Verwirrung – bis zu dieser Mondnacht …

Tokugen (1647 – 1736, im Alter von 89 Jahren; Totengedicht)

Auf dem Wasser des Geistes
spiegelt sich friedlich der Mond.
Auch wenn eine Welle es stört,
dringt er bis auf den Grund
und der Schlamm wird zu Licht.

Dogen

Alles ist nichts.
Die Existenz ist Mu, nichts.
Das Nichts ist die Existenz.
Buddha ist ein gewöhnliches Wesen.
Ein gewöhnliches Wesen ist Buddha.

Sosan

Die Weisheit des Zen ist sprichwörtlich

Manche berühmte Zen-Weisheiten sind heute Allgemeingut geworden, etwa „Der Weg ist das Ziel“. Dabei ist ihr Gehalt gar nicht so trivial. Wer sich mit Zen beschäftigt, begegnet öfter solchen Sinnsprüchen, die manchmal auf fruchtbaren Boden fallen.